SONNTAGSHELDEN

PROJEKTBESCHREIBUNG

Die Serie zeigt Kriegssituationen, bewaffnete Soldaten im Konflikt. Was wir sehen bleibt diffus und unklar.
Bei näherer Betrachtung fällt auf, dass wir uns nicht im nahen Osten oder Afrika befinden. Der scheinbare Konflikt findet mitten in Deutschland statt! Deutschland im Krieg. Eine unwirkliche, surreale Vorstellung. Die Bilder zeigen auf expliziter Art eine andere Wirklichkeit.

Im Weiteren erahnt man, dass diese Personen keine politisch motivierten Soldateneines Staates, sondern Menschen sind, die sich zum Spaß am Wochenende treffen, um einen inszenierten Krieg zu „spielen“. Aus Ihren Gewehren kommen keine todbringenden Schüsse, sondern kleine Plastikkugeln. Ein Taktikspiel welches in großen ehemaligen Sowjetstützpunkten in Ostdeutschland ausgetragen wird. Bis zu 3000 Personen treffen sich, um optisch täuschend echt, im Spiel zu kämpfen. Es ist die domestizierte Vorstellung von Krieg, die das Großtreffen so kurios macht. Ein Spiel mit der scheinbar realen Ästhetik von echtem Krieg, in dem es um die basale Empfindung Gefahr und Überleben geht. Gut und Böse in seiner basalen Form definiert. „Schrecklich einfach – schrecklich schön“, so einer der Akteure.

Es ist die Klischeevorstellung eines Krieges ohne wirkliche Gefahr. Die Welt ist komplex, Lösungen und Systeme unübersichtlich. Die Sehnsucht nach dem Einfachen, Reduktion und die klare Rollenverteilung stehen hier im Vordergrund.

„Held sein, Macher sein“ – mindestens für ein Wochenende im Sommer. Die romantischen Vorstellung von Heldengeschichten. So werden die Menschen zu Helden ihres Wochenendes, ohne auf die Sicherheit ihres Alltags zu verzichten.

Die Fotos werfen die Frage nach den Beweggründen der Akteure auf und wie Kriege und „Helden“ medial dargestellt und nachempfunden werden.

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